ETA: Der bewaffnete Kampf geht weiter

von Dirk Baranek am 12. April 2009

Gestern hat die linke baskische Zeitung Garra ein achtseitiges Papier veröffentlich, das vermutlich direkt aus der Führungsspitze der ETA stammt. Darin nehmen die militanten Separatisten Stellung zur aktuellen Lage und verkünden ihre Strategie für die nächste Zeit. Eines wird klar: ETA wird weiter bomben, weiter Attentate ausführen, weiter das Baskenland mit Terroranschlägen verunsichern, falls das logistisch möglich ist. Der „bewaffnete Kampf“ geht weiter …

In dem Papier wird die verquerte Logik ausgebreitet, die in diesen Köpfen herrscht. Annahme #1: Im Baskenland gibt es keine Demokratie, sondern es handelt sich um einen Repressionsstaat. Folgerichtig wird der designierte neue Regionalpräsident Patxi Lopez als Caudillo (Führer) beschimpft und seine neue Koalition als faschistisch. ETA droht. Zitat:

Al igual que advertimos de que el Gobierno de Ibarretxe sería el gobierno del fraude para cualquier abertzale, ahora queremos afirmar que el de López será el gobierno del fascismo y de la vulneración de derechos. En la medida en que no haya un cambio de actitud, los responsables políticos de esa estructura impuesta serán objetivo prioritario de ETA

So wie wir glauben, dass die Regierung von Ibarretxe (Red:abgewählter Reg-Präsident der PNV) eine Regierung des Betrugs wäre, so wollen wir jetzt bekräftigen, dass die von López eine Regierung des Faschismus und der Verletzung von Rechten sein wird. Wenn es keinen Wandel beim Handeln gibt, werden die politisch Verantwortlichen dieser Struktur das prioritäre Ziel der ETA sein.

Annahme #2: Das Baskenland wird immer spanischer (españolista). Ausdruck dieser Entwicklung, die mittels Repression durchgesetzt wird, so ETA, ist auch das Ergebnis der letzten Wahl, bei der die Linksradikalen eine erhebliche Schlappe erlitten. Besonders die PNV aber auch die Partei Aralar, die zwar ein unabhängiges Baskenland aber mit demokratischen Mitteln erreichen will, würden dieser Entwicklung Vorschub leisten. Daher müssten sie besonders bekämpft werden.

ETA stellt klar, dass sich nichts an der Strategie geändert hat: Solange es keinen Systemwechsel und ein unabhängiges Baskenland gebe, sei niemand berechtigt, von ETA zu verlangen, den Kampf mit den Waffen abzulehnen.

Quelle: Garra