Gefahr einer Deflation in Spanien wächst

von Dirk Baranek am 21. April 2009

Die Inflation kennt man. Die Erhöhung der Preise im Lauf der Zeit regt niemanden mehr groß auf, denn sie geschieht fast unmerklich, bewegt sich dank des mäßigenden Einfluss der Europäischen Zentralbank zumindest in Europa unterhalb der Wahrnehmungsschwelle.

Was aber ist mit der Deflation, also mit einem Sinken der Preise? Die volkswirtschaftliche Lehrmeinung: Das ist keine gute Situation. Die wirtschaftliche Aktivität kann so nach und nach vollständig zum Erliegen kommen.

Jetzt hat die New York Times auf die deflationären Tendenzen in Spanien hingewiesen, die sich negativ auf die gesamte europäische Wirtschaft auswirken könne. Zum ersten Mal seit dem Bürgerkrieg haben sich in Spanien im Februar die Preise verbilligt, wenn auch nur um 0,1 Prozent. Und zwar nicht nur in einem Sektor, sondern laut NYT sowohl bei den Dienstleistungen wie in Restaurants als auch im Handel zum Beispiel bei Lebensmitteln. Ganz zu schweigen von dem brach liegenden Immobilienmarkt, in dem die Verkäufer mit massiven Rabatten die letzten Kunden locken wollen.

Volkswirtschaftler warnen vor einer Abwärtsspirale, die aus einer Deflation erwachsen kann. Wenn die Arbeitslosigkeit stark wächst und die Nachfrage dem entsprechend schrumpft, dann wird immer weniger produziert und infolgedessen noch mehr Mitarbeiter entlassen. Vor allem in Spanien drohe diese Entwicklung, so die NYT.