Arbeitslosigkeit hat historischen Höchststand erreicht

von Dirk Baranek am 25. April 2009

Wie schwer die globale Wirtschaftskrise vor allem Spanien beutelt, wird anhand der gestern veröffentlichen Arbeitslosenzahlen deutlich. Mit über vier Millionen registrierten Arbeitslosen hat diese wichtige volkswirtschaftliche Kennziffer die höchste Marke seit Einführung ihrer Erfassung erreicht. Besonders besorgniserregend ist der Umstand, dass davon allein 1,8 Millionen in den letzten zwölf Monaten ihren Job verloren haben. Und es könnte noch schlimmer kommen, obwohl die neue Wirtschaftsministerin Elena Salgado die Zahl von fünf Millionen für nicht wahrscheinlich hält. Allerdings sei die aktuelle Lage schlecht.

Der enorme Anstieg der Arbeitslsoigkeit (paro) ist zum größten Teil auch auf die Vernichtung von Arbeitsplätzen zurückzuführen und nicht auf eine Erhöhung der Zahl neuer Arbeitssuchender. Dem enstprechend hoch die Quote: 17,3 Prozent der aktiven Bevölkerung sind inzwischen ohne Arbeit – ein Anteil, den Spanien zuletzt 1998 gesehen hatte. Die Errungenschaften des letzten Jahrzehnts scheinen dahin.

Die meisten Arbeitsplätze gingen im Bausektor verloren (700.000), aber auch in der Industrie (413.000) und bei den Dienstleistungen (180.000) schlägt die Krise jetzt durch. Allerdings sank der Anteil der umstrittenen Zeitarbeitsverträge erheblich. Klares Signal, dass die Unternehmen vor allem die Flexibilität nutzen, die die Aznar-Regierung bei der Reform der Arbeitsgesetze angepriesen hatte. Auf Kosten der Arbeitnehmer, wie man jetzt hinzufügen kann…

Quelle: El País