Die Gefahr der Timesharing-Verkaufsangebote in Spanien

von Dirk Baranek am 25. November 2010

Immer wieder erscheinen in den Medien Nachrichten von Time-Sharing-Anteils-Besitzern, die von skrupellosen Betrügern gefragt werden, ob sie diese Anteile verkaufen wollen. 


Sie profitieren von den Bedenken vieler Spanien-Touristen, die irgendwann den Fehler machten, während eines Urlaubs in Spanien ein Angebot zum Time-Sharing-Kauf zu akzeptieren und diesen Kauf kurz danach bereuten.

In der Regel wird man von solchen Leuten mit einem Dienstleistungsangebot für die Verkaufsabwicklung per E-Mail oder telefonisch unangemeldet kontaktiert.

Viele von diesen Firmen beschäftigen Mitarbeiter, welche die deutsche Sprache beherrschen und für die Kontaktaufnahme zuständig sind. Normalerweise wird den Betroffenen versichert, einen Käufer für den jeweiligen Time-Sharing-Anteil gefunden zu haben.

In aller Regel wird eine Vorauszahlung verlangt, meistens mit der Ausrede, irgendwelche Gebühren oder Steuern in Spanien zu zahlen. Das Geld ist danach weg. Sogar wenn die Firma tatsächlich in Spanien registriert ist oder ein persönliches Treffen in Deutschland anberaumt wird, ist es für den Betroffenen sehr schwierig, das Geld wieder zurückzuholen. Der Makler behauptet in diesem Fall in aller Regel, dass diese Vorauszahlung einer Beratungsgebühr entspräche und die Beratung tatsächlich stattgefunden hätte.

Im Zusammenhang mit dem geschilderten Problem lässt sich zum rechtlichen Hintergrund anmerken, dass das Europäische Parlament das Teilzeitwohnrecht mit der EU-Richtlinie 2008/122/EG vom 14.01.2009 neu geregelt hat. Gemäß § 9.2 der Norm sollen die Mitgliedstaaten sicherstellen, dass jegliche Anzahlungen, Sicherheitsleistungen, Sperrbeträge auf Konten, ausdrückliche Schuldanerkenntnisse oder sonstigen Gegenleistungen des Verbrauchers an den Gewerbetreibenden oder einen Dritten im Zusammenhang mit dem Wiederverkauf untersagt sind, solange der Verkauf nicht tatsächlich stattgefunden hat oder der Wiederverkaufsvertrag nicht anderweitig beendet wird.

Falls Sie zu den Kontaktierten zählen, so lassen Sie sich unbedingt von einem Anwalt, der mit dem spanischen Recht vertraut ist, beraten, bevor Sie irgendwelche Vorauszahlungen leisten. Sie werden sich viel Ärger und Geld ersparen.

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Dieser Artikel wurde zur Verfügung gestellt von:

LÜBECK STEUERBERATER RECHTSANWÄLTE GbR

Sonia Garcia Ballarin, Abogada LL.M.
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