Gestern hat es mal wieder Musikpreise geregnet - bei den Latin Grammy Awards.
Einer der Hauptsieger mit fünf Auszeichnungen ist die Band Calle 13. Die Jungs haben 2005 ihre erste Platte vorgelegt und kommen eigentlich aus Puerto Rico. Mehr Infos in der spanischen Wikipedia.
Unter anderem gabs Gold für diesen Song, den Calle 13 mit Ruben Blades aufgenommen hat über La Perla, ein Elendsviertel in Panama.
Aktuell macht Calle 13 auch Werbung für die Tageszeitung El País mit diesem ganz netten, interessant getextetem Song…
Eigentlich könnte die politische Situation für die oppositionellen Konservativen in Spanien besser nicht sein. Die Entwicklung spielt ihnen alle Trümpfe wie von selbst in die Hände, denn die regierenden Sozialisten geraten zunehmend unter Druck wegen der der sich weiter verschärfenden Folgen der Wirtschaftskrise. Diese hat Spanien besonders hart getroffen.
Zwar hat die Regierung Gegenmaßnahmen ergriffen, aber alles, ob Abwrackprämie oder kommunales Investitionsprogramm, scheint zu verpuffen. Die Arbeitslosigkeit ist auf Rekordhoch und im europäischen Vergleich einsame Spitze. Zapatero und Genossen wirken eher hilflos, versuchen das Licht am Ende des Tunnels zu beschwören, aber es will nicht heller werden.
Da wirken dann gesellschaftliche Reformen wie die Liberalisierung des Abtreibungsrechts eher wie Ablenkungsmanöver, die obendrein die konservative Opposition erst recht mobilisiert und zwar massenhaft, wie man an den Großdemos der letzten Wochen sehen konnte. Nur in der Baskenfrage scheint man voranzukommen - die sensationellen Fahndungserfolge der letzten Zeit lassen auf Frieden hoffen.
All das lässt die Zustimmung der Bevölkerung zur Regierung schrumpfen und die Konservativen der PP könnten eigentlich mit ein paar klugen Rezepten und nervender Oppositionsrhetorik bequem den Grundstein für den nächsten Wahlsieg legen. Aber danach sieht es im Moment ganz und gar nicht aus.
Vielmehr scheint es innerhalb der Partido Popular (PP) jetzt zu einem erbitterten Machtkampf zu kommen um die Ausgangspositionen für die nächsten Wahlen. Denn eines scheint den PP-Strategen sicher: mit dem jetzigen Parteiführer Mariano Rajoy könnte es wieder nicht reichen. Populär ist der Galizier nämlich weiter überhaupt nicht. Stattdessen bringen sich nun zwei Personen in Stellung, die gegensätzlicher nicht sein könnten, die aber erhebliche Charismalöcher stopfen könnten. Zum einen geht es um die stramm rechte Präsidentin der Region Madrid, Esperanza Aquirre, und zum anderen den eher liberalen Madrider Bürgermeister Gallardón.
Beide lassen daher auch kaum eine Gelegenheit aus, sich gegenseitig an den Karren zu fahren. Jetzt eskalierte allerdings eine Art Stellvertreterkrieg. Gegenüber El País, dem - ausgerechnet!! - Hausblatt der regierenden Sozialisten, hatte die rechte Hand von Gallardón, Vizebürgermeister Manuel Cobo, richtig Dampf abgelassen. Ihn kotze es an, so in einem Interview, wie Leute aus dem Umfeld von Aguirre versuchen würden, den neuen Chef der Madrid Sparkasse zu verhindern. Außerdem schimpfte er über die Manöver und die Scheinheiligkeit von Aguirre.
Das war zu viel des Guten. Aguirre schaltete den Parteichef ein, der ein Parteigericht einberief, das Cobo einzitierte. Heute wurde dessen Mitgliedschaft suspendiert und zwar solange, bis die Sachlage geklärt sei. Gleichzeitig beschwor Gallardón die Parteitreue seines Mitarbeiters und stellte sich schützend vor ihn.
Damit sind die Fronten geklärt und der interne Machtkampf erst richtig ausgebrochen. Wer ihn gewinnen wird? Völlig unklar. Hängt sicherlich auch damit zusammen, ob Aguirre wirklich, wie zum Beispiel auch von Cobo behauptet, ihren Sicherheitsapparat zum Auskundschaften von dessen Privatleben benutzt hat. Da wird noch viel schmutzige Wäsche gewaschen werden in den nächsten Wochen.
Einer vor allem wird durch die Ereignisse weister beschädigt werden: PP-Parteichef Rajoy erscheint wieder einmal als ein führungsschwacher, von den Ereignissen getriebener Politiker, dem es nicht gelingt, seine Diadochen im Zaum zu halten.
Die Sozialisten werden sich ins Fäustchen lachen.
Und die spanischen Bürger stehen wieder einmal vor einem politischen Scherbenhaufen, der vor allem eines vermissen lässt: wählbare Alternativen.
In einem Interview mit dem spanischen Radiosender Cadena Ser hat Wolf-Ruthart Born, der deutsche Botschafter in Spanien, versichert, dass es für deutsche Urlauber keinen Grund gibt, die Baleareninsel nach den Anschlagserien der ETA zu meiden. Mallorca bleibe ein “exzellentes Reiseziel”. Zwar habe das Berliner Außenministerium zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen, aber solange der spanische König selbst auf der Insel Urlaub mache, könnten die Deutschen dort auch sein.
Die lokalen Tourismusbehörden rechnen denn auch nicht, wie El País berichtet, mit größeren Einbußen wegen der Bombenanschläge.
Bei der traditionellen Stierhatz durch die Straßen von Pamplona, den Sanfermines, hat es heute morgen einen Toten gegeben. Ein 27-jähriger Mann aus Madrid wurde am Hals von einem Stier aufgespießt. Er befand sich in der Hocke, als einer der heranstürmenden Stiere zustieß. Auch in diesem Jahr nehmen wieder Millionen von Touristen an dem acht Tage dauernden Volksfest teil.
In dem Video kann man am Anfang den Vorfall kurz sehen. Auch ansonsten interessant, um sich einen Eindruck über die ganz Sache zu verschaffen…
Wir haben hier ja schon ab und zu Videos der aktuellen Popmusik in Spanien unter dem Titel Un poco de música veröffentlicht - weil’s den Nachrichtenstrom etwas auflockert, weil’s gut zum Spanischlernen/üben ist und weil’s einfach nur Spaß macht. Da stellt sich die Frage, wie wir da eigentlich drauf kommen, dass das so die aktuellen Hits sind. Nunja, kein Geheimnis. Im Grunde kann man das ganz gut im spanischen iTunes verfolgen und neben hunderten spanischsprachiger Musiksites gucken wir auch ganz gerne auf das Online-Angebot des Dudelradios 40 principales. Unter uns: eigentlich in ganz Spanien der so einigermaßen am einfachsten zu findende, populäre Radiosender, der (mit Einschränkungen) aktzeptale Musik ausstrahlt. Wie der Name schon sagt, versenden die die 40 wichtigsten, aktuellen Hits. Neben internationalen Songs findet sich auch immer viel spanisches Material in dieser Hitparade der Top 40. Aktuell auch die Nummer eins, die allerdings diesmal ziemlich schmalzig ausfällt. Ein Song von Carlos Baute, den er zusammen mit Marta Sánchez vorträgt.
Der nächste Song zeigt die rockige Seite des Senders: Die Band Pignoise ist mit Estoy enfermo (Ich bin krank) aktuell auf Rang 4.
Man findet aber auch noch etwas frischere Sachen. Dann einfach bei You Tube die Namen eingeben - anhören zumeist kein Problem.
In Katalonien könnte der Stierkampf in Kürze verboten werden. Denn heute meldet El Mundo, dass auch die regierenden katalanischen Sozialisten den Fraktionszwang für die Abstimmung über eine entsprechende Initiative aufheben. Da bereits zuvor die CiU das gleiche beschlossen und die ICV-EUiA sowie die ERC angekündigt hatten, für das Verbot zu stimmen, ist das Ergebnis jetzt völlig offen.
In das Parlament eingebracht wurde das Gesetz mittels einer Volksinitiative ( Iniciativa Legislativa Popular (ILP)). Die müssen mindestens von 50.000 wahlberechtigte Bürger unterstützt werden, bevor sich das Parlament damit befassen muss. Gegen die Durchführung von corridas haben sich inzwischen über 180.000 Bürger ausgesprochen. Organisiert wird die Kampagne von der Bürgerrechtsorganisation Prou! (Eine absolut sehenswerte Kampagnenseite!!). Ziel der Kampagne ist die Änderung des Tierschutzgesetzes, in der explizit die Stierkampfveranstaltungen verboten werden sollen, bei denen Tiere getötet und gequält werden. Jetzt werden die Unterschriften geprüft.
Prou! (= Genug!) hat inzwischen auch eine Karte veröffentlicht mit Municipios Abolicionistas - Gemeinden, die sich gegen den Stierkampf in ihrem Territorium ausgesprochen haben.
Hier ganz kurz ein Linktipp: Wer sich mit dem Gedanken trägt, sich auf den kanarischen Inseln, genauer gesagt auf Teneriffa, nicht nur an den Strand zu legen, sondern auch die Vulkaninsel zu entdecken, dem sei dieser Film hier empfohlen: Teneriffa Crossing (dort auf’s Foto im Beitrag klicken …)
Darin sieht man zwei, nunja, Extremsportler, die in einem Rutsch, also innerhalb von 40 Stunden nonstop die gesamte Insel durchqueren - im Laufschritt! Okay, das muss man nicht unbedingt nachmachen, aber man sieht doch ganz gut, wie die Vulkanlandschaft von Wegen durchzogen ist, die man mit entsprechenden Schuhwerk ganz gut erwandern kann. Der Film ist in deutscher Sprache und etwa 20 kurzweilige Minuten lang.
Der werte @textundblog hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass eine wirklich sehr schön gemachte Website aus Peru einen Preis bei einem Wettbewerb zum Thema Internetjorunalismus gewonnen hat. Thema der aufwendigen Präsentation ist das Schicksal der Stadt Cerro de Pasco, der höchsten Bergbaustadt der Welt. Die liegt im Andenhochland auf über 4.000 Meter Höhe und ist 250 Kilometer von der Hauptstadt Lima entfernt. Das besondere: Mitten in der 65.000-Einwohner-Stadt wurde in den letzten 40 Jahren ein riesiges Loch gegraben, um Erze wie Zink, Blei und Kupfer im Tagebau aus dem mineralreichen Boden zu holen. Jetzt soll die gesamte Stadt umziehen, um das Loch noch größer zu machen.
Eigentlich ist Lateinamerika in diesem Blog ja nicht unbedingt Thema, aber es gibt auch ein gut gemachtes Video in zwei Teilen über die Stadt mit Interviews diverser Poltiker, Gewerkschaftern und Bewohnern der Stadt. Das Gute daran, und deswegen veröffentlichen wir es hier: es hat spanische Untertitel. Sowas ist perfekt für alle, die Spanisch üben möchten…
Der letzte Anschlag, bei dem vermutlich die ETA einen hochrangigen Terrorismusfahnder mit einem Sprengsatz tötete (wir berichteten), war zwar ein Rückschlag, aber politisch ist die neue Regierung im Baskenland stark bemüht, die langjährigen Konflikte zu entschärfen. Dabei steht allerdings nicht das Zurückweichen vor den miltanten Separatisten auf der Agenda, sondern eher die konsequente Durchsetzung geltender Gesetze und die Verbesserung der Beziehung zur Madrider Regierung. So war der neue Lehendakari der erste baskische Regierungschef, der einen Antrittsbesuch im Moncloa-Palast machte und sogar den König aufsuchte.
Daneben gibt es viel Symbolpolitik, die aber in der aufgeheizten Atmosphäre deutliche Signale setzt. An Feiertagen oder bei offiziellen Besuchen werden die öffentlochen Gebäude inzwischen auch der spanische Fahne geschmückt und nicht nur mit der baskischen. Ab morgen bricht sich diese Entwicklung auch im baskischen Fernsehen Bahn. Dann wird nämlich im Wetterbericht nicht mehr die Karte des Großbaskenlandes gezeigt (inklusive Navarra und französischen Baskenland) sondern eine, in der die aktuellen Grenzen verzeichnet sind. Sicher, eine kleine Sache, aber sichtbares Zeichen von Veränderungen. Hier ein optischer Vergleich in El País.
Bisher hat López bei seinen Ankündigungen bezüglich der Eindämmung von ETA auf die konsequente Anwendung der Gesetze verwiesen. Dabei dürfte ihm jetzt ein heute vorab von El País veröffentlichtes Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte zupass kommen. Das Straßburger Gericht hat offenbar die Klage der Radikalen gegen das Parteiverbot von Herri Batasuna auf Grundlage eines neuen Parteiengesetzes 2002/2003 abgewiesen. Eine demokratische Gesellschaft sei befugt, eine Partei zu verbieten und aufzulösen, wenn die Sicherheit, die gesellschaftliche Ordnung und der Schutz und die Rechte von Anderen gefährdet seien. Zudem sei die Existenz von Parteien, die sich friedich für einen eigenen baskischen Staat einsetzen, Beleg genug, dass es hier nur um den gesetzwidrigen Weg gehe und nicht um das Ziel an sich. “Eine politische Partei, deren Verantwortliche zum Rückgriff auf gewaltsame Mittel ermutigen und ein Projekt vorschlagen, dass sich nicht an die demokratischen Regeln hält, kann sich nicht auf den Schutz der Europäischen Menschenrechtskonvention berufen.”
Sollte dieses Urteil rechtskräftig werden, gehen den Radikalen langsam die Argumente aus, das spanische Rechtssystem sei der lebendig gewordene Faschismus des 21. Jahrhunderts. Sie werden weiter an Rückhalt verlieren…
Sangría ist ein tolles Sommergetränk, echt jetzt. Wein, Früchte, leicht mit irgendwas sprudelndem aufgemischt - herrlich. Gibts natürlich auf mindestens hundertausend verschiedene Arten. Nur muss es immer kompliziert sein? Achwas, meint zumindest das Onlinemagazin Soitu. Die haben zwei feine Rezepte veröffentlicht. Hier die Übersetzung. ¡Chinchin!
SANGRÍA de REMELLURI
1 botella de vino tinto Remelluri (1 Fl. Rotwein)
2 cucharadas de azúcar (2 Löffel Zucker)
1 naranja y 1 limón cortados en pedazos gruesos (1 Apfelsine & 1 Zitron in grobe Stücke schneiden)
El zumo de 1 naranja y 1 limón (Saft 1 Apfelsine & 1 Zitrone)
0’25 litros de moscatel de excelente calidad (1/4 Liter eines guten Moscatel)
1 chorrazo de sifón bien fresco (1 Schuss Soda)
Abundante hielo (Viel Eis)
SANGRIA de TXOMIN ETXANIZ
1 botella de txakolí Txomin Etxaniz
2 naranjas y 1 limón cortados en pedazos gruesos
El zumo de 2 naranjas
2 refrescos burbujeantes de limón
1 pizca de azúcar
Abundante hielo