Die Aussprache des spanischen Wortes desigual

von Dirk Baranek am 5. Juli 2013

Die spanische Modemarke DESIGUAL ist inzwischen in vielen deutschen Städten vertreten. Weltweit gibt es über 250 Shops und über 8.000 weitere POS-Platzierungen in Malls, Läden und Kaufhäusern. Die bunte, unkonventiomelle Mode wurde 1984 von zwei Schweizern auf Ibiza entwickelt und hat seit den 90ern von Barcelona aus die Welt erobert.

Bei Desigual ist der Name Programm.

Denn auf Spanisch bedeutet desigual einfach ungleich. Uneben. Ungleichmäßig. Aber auch veränderlich.

Die Mode von Desigual löst diesen Anspruch ein. Die Farben sind schrill, die Muster asymmetrisch. Unterschiedliche Stoffe werden kombiniert und appliziert. Alles wirkt frech, lebenslustig, sogar leicht selbstironisch. Vielleicht wirklich ein Stück Hippiekultur importiert von Partyinsel Ibiza und heruntergebrochen auf den Szenegeschmack urbaner Lebenswelten.

Die Aussprache von Desigual
Das spanische Wort desigual richtig auszusprechen, ist für einen deutschen Muttersprachler/In zunächst etwas ungewohnt.

Nach den Regeln der internationalen Lautschrift sieht das etwa so aus [desiˈgual], wir haben es auch so gesehen [desi’gwal].

Die Vokale sind jedenfalls kurz, das „s“ ist scharf also stimmlos, das „a“ am Ende wird betont.

Wer sich die spanische Aussprache von desigual anhören will: In unserem Vokabelarchiv bieten wir drei spanische Beispielsätze mit desigual, die deutsche Übersetzung sowie eine Tondatei der Aussprache zum Anhören.

Ansonsten ein Tipp: wer sich Juli/August in Spanien aufhält und ein bisschen Shopping außerhalb der strandsüchtigen Massen sucht, der informiert sich, wo sich in der nächsten Stadt ein Laden von Desigual befindet. Im Sommer gibt es dort teilweise atemberaubende Rabattaktionen und außerdem ist nebenan sicher noch mehr los. Und reingestürzt ins spanische Einkaufsvergnügen!

Argentinische Präsidentin twittert #snowden

von Dirk Baranek am 3. Juli 2013

Günstig wie nie: Immobilien auf Mallorca

von Dirk Baranek am 12. Juni 2013

In Zeiten der allgemeinen Krise ist es sicherlich keine schlechte Idee, sein Vermögen zu diversifizieren. Neben Aktien, Fonds, fest verzinslichen Wertpapieren oder auch Edelmetallen stehen einem im Moment vor allem Immobilien offen. Die niedrigen Zinssätze für Hypotheken schreien ja fast danach.

Nachdem sich in Spanien der Immobilienmarkt abgekühlt hat, kann man jetzt auch wieder darüber nachdenken, ein Feriendomizil auf Mallorca zu erwerben. Die Preisspanne ist immens: Von für Otto-Normalverbraucher quasi unbezahlbaren 4-Millionen-Villen bis hin zu erschwinglichen 250.000-Euro-Apartments ist zum Beispiel bei dem Immobilenvermittler www.montemar-realestate.com alles dabei.

Ein wunderbares Landhaus gibt es schon für eine knappe Million Euro – das ist viel Geld, allerdings hat das Grundstück auch eine Größe von über 9.000 m². Und der Wohnbereich wartet mit 300 m². 5 Wohnräume, 5 Schlafzimmer, ein unverbaubarer Blick aufs Meer – so ließe es sich aushalten. Dieses Objekt liegt in Alqueria Blanca, im malerischen Nordosten der Insel.

Oder soll es doch die Super-Luxus-Villa für schlappe 4,5 Millionen Euro sein? Zitat: „Die Villa mit 4 Schlafzimmern und 4 Bädern und einem separaten Gästehaus hat eine bebaute Fläche von insgesamt 727 m² inklusive 95 m² überdachter Terrassen sowie 163 m² freier Terrassen. Ausstattungen: Kamin, ein voll klimatisierter Weinkeller mit Sitzgelegenheit, Terracottaböden, zentrales Musiksystem, Osmoseanlage, automatische Bewässerung, Doppelgarage, Lift.“ Naja. Man wird ja wohl noch träumen dürfen. Die Villa befindet sich übrigens in Son Vida inmitten von Golfanlagen unweit der mallorquinischen Hauptstadt Palma de Mallorca.

Welche Immobilie es auch immer sein soll, es kann nicht schaden, sich Rat von Experten zu holen. Die Spezialisten von MONTEMAR realestate kennen sich mit Immobilienmarkt auf Mallorca hervorragend aus – warum also nicht einfach mal unverbindlich anfragen? Vielleicht haben Sie ja Glück und Sie stoßen auf ein Schnäppchen. Denn: spanische Immobilienbesitzer haben teilweise erhebliche Probleme, ihre Annuitäten zu bedienen und müssen ihren Besitz wieder liquidieren. Selten waren die Chancen so gut, dort zu wohnen wo andere nur Urlaub machen.

Oder wie die Schriftstellerin George Sand feststellt: “Auf Mallorca ist die Stille unergründlicher als anderswo.”

Ab in den Urlaub – natürlich nach Spanien!

von Dirk Baranek am 12. Juni 2013

Die Sonne will einfach nicht so richtig in Schwung kommen in Deutschland. Was liegt da dann näher, als sein Glück im sonnenreichen Spanien zu versuchen? Es muss ja nicht immer Mallorca sein, auch die anderen Regionen Spaniens haben viel zu bieten.

Die grundlegende Frage, wenn man ein Flächenland wie Spanien besuchen will, ist immer: Urlaub am Strand – oder nicht? Natürlich hat ein Strandurlaub ein ganz eigenes Flair und ist durchaus erschwinglich. Eine viertägige Reise nach Mallorca gibt es beispielsweise im Hipotels Hipocampo Playa Hotel (HolidayCheck-Award-Gewinner 2013!) schon für unter 400 Euro, inklusive Frühstück. Dafür kann man dann chillen am Strand der Cala Millor.

Oder soll es doch direkt Madrid sein? Irgendwann muss schließlich jeder Spanienliebhaber nach Madrid fahren, daran führt einfach kein Weg vorbei. Wer Spanien verstehen will, muss in Madrid gewesen sein. Die Schönheit und Größe sprechen schlicht und ergreifend für sich. Von kulturellen Angeboten ganz zu schweigen. Und kulinarisch ist Madrid schlicht Weltspitze. Warum nicht einfach für vier Tage anreisen – mit unter 300 Euro kann man in einem ordentlichen Mittelklasse-Hotel in Madrid unterkommen.

Warum nicht auf ins wunderschöne Andalusien? Andalusien hebt sich vom Rest Spaniens in Sprache und Kultur bedeutend ab, wie Spanienkenner selbstredend wissen. Die Prozessionen dort sind besonders prachtvoll – und Sevilla ist die Königin Andalusiens. Die freundliche Lebensart der Andalusier und die Zeugnisse der arabischen Kultur sind weitere Pluspunkte. Die Strecke nach Sevilla ist von Deutschland aus länger, weshalb auch der Flug etwas teurer ist. Aber: Es lohnt sich. Infos zu Unterkunft in Sevilla. Von Malaga aus könnte man dann sogar einen kurzen Abstecher nach Marokko wagen – die Entfernung von Tarifa aus beträgt nur 14 Kilometer.

Was also spricht gegen einen kurzen Abstecher nach Spanien? Genau: nichts.

Auf den Balearen-Inseln Mallorca und Ibiza hat der Tourismus mittlerweile die nächste Stufe erreicht. Statt der Massenunterkünfte in Form monumentaler Betonwabenkästen, in denen tausende Pauschalurlauber zu günstigen Preisen unterkommen, sind jetzt eher individuelle, exklusive Angebot gefragt. Vor allem für Reisenden in großen und kleinen Gruppen bietet sich das Anmieten eines kompletten Landhauses an. Diese heißen auf Spanisch fincas und bieten erstklassige Unterkunft für jeden Geldbeutel.

Die Finca im klassischen Sinne ist eigentlich ein kleines Landgut oder Bauernhof. Bis zum Beginn des Massentourismus im heutigen Sinne Ende der 60er Jahre des 20 Jahrhunderts war die Landwirtschaft auf den Fincas sowie die Fischerei die Haupteinnahmequelle der Inselbewohner. Wobei man sagen muss: es war eine Landwirtschaft auf ärmlichen Niveau, die mehr mit Subsistenzwirtschaft zu tun hatte als mit der Produktion von vermarktbaren Agrargütern. Auf Deutsch gesagt: die Mallorquiner und Ibizer waren eher arm und haben von der Hand in den Mund gelebt.

Mit dem Aufkommen des Tourismus verließen zunächst die jungen Leute die Landwirtschaft, um in der Tourismuswirtschaft zu arbeiten. Um also die vielen Urlauber aus dem Norden Europas, all die Deutschen, Briten oder Skandinavier zu betreuen. Diese Touristen hatten wiederum einen ganz anderen Blick auf die inzwischen teilweise verfallenden Landhäuser. Es war ein romantischer Blick, der wenig mit der Wirklichkeit zu tun hatte, hatten doch viele der malerischen Anwesen grade noch Strom, aber beim fließenden Wasser hörte es schon auf. Zugleich änderten sich die Ansprüche der Touristen. Zwar hat man gerne an den ausladenden Stränden die Meeresfrische genossen, aber man wollte mehr: das Innere der Inseln lockte. Und da kamen die inzwischen teilweise verlassenen Bauernhöfe in den Blick…

Inzwischen hat sich alles geändert: die Fincas sind der Stolz der Insel. Viele wurden mittlerweile mit viel Liebe hergerichtet und infrastrukturell auf den Stand der Zeit gebracht. Zumeist findet man in diesen geräumigen Häusern, die ja schon immer für die Beherbergung von traditionellen Mehrgenerationenfamilien ausgestaltet wurden, Platz für 10 bis zu 30 Personen. Kein Problem, Platz ist da.

Einen gewissen Nachteil hat eine Finca natürlich: direkt am Strand findet man sie eher selten. Vielmehr liegen sie oft eingebettet in lieblicher Landschaft, entfernt von den umtriebigen Hotspots des Massentourismus, den es natürlich weiter vor allem auf Mallorca gibt. Vorteil? Nachteil? Kommt eben darauf an, was man will…

Und natürlich kommt es darauf an, was die persönliche Haushaltskasse hergibt. Wenn man sich einschlägige Anbieter einer Online-Buchung der Finca auf Mallorca und Ibiza wie zum Beispiel Fincaservice anschaut, dann findet man Preise von 1.500 bis zu 23.000 Euro – pro Woche. Dann kann man aber auch 6 bis 30 Personen in dem Haus unterbringen und hat einen Mietwagen inklusive. Also nicht nur ziemlich komfortable Umstände, perfekte Privatheit in herrlicher Umgebung, sondern auch volle Bewegungsfreiheit auf den Inseln. Was will man eigentlich mehr? Ein Urlaub in einer Finca auf Mallorca oder Ibiza ist einfach ein ganz besonderes, unverwechselbares Erlebnis, weil man die mediterrane Kultur und Lebensart viel intensiver erleben kann als in den hektischen Tourismuszentren.

[*Bei diesem Artikel handelt es sich um einen gesponsorten Beitrag. Vielen Dank an den Sponsor!]

Keine Spanisch-Mail bekommen? Hier Infos dazu…

von Dirk Baranek am 24. Mai 2013

In den letzten Tagen häufen sich Nachfragen von AbonnentInnen der Spanisch-Mail.

Inhalt: Ob wir keine täglichen Vokabelmails mehr versenden, da keine angekommen sind.

Dazu können wir Folgendes mitteilen:

  • Wir versenden weiter zuverlässig an allen Tagen außer Samstag, Sonntag und Feiertagen.
  • An der Technik haben wir rein gar nichts geändert. Wir versenden wie immer.
  • Es kann sein, dass unsere Spanisch-Mail von einigen Diensten oder E-Mailprogrammen als Spam eingestuft wird. Das bedeutet, dass unsere Mail nicht in der Inbox bzw Eingangsordner landet sondern im Ordner „Unerlaubte Werbemails“, „Werbung“ osä.
  • Warum wird die Spanisch-Mail als Spam eingestuft? Das kann unter anderem allein an der Tatsache liegen, dass die Mail notwendigerweise 3 Links enthält oder täglich kommt.
  • Sie können sicherstellen, dass unsere Mails auf jeden Fall den Mailfiter passieren, wenn Sie Ihrem Dienst bzw. Mailprogramm mitteilen, dass unser Mailabsender KEIN Spam ist.
  • Die Mail-Adresse vokabeln@espanien.de ist KEIN Spam!

Deutsch-spanische Videos über die Krise in Spanien

von Dirk Baranek am 5. Mai 2013

Wie das Blog Okay Frankfurt berichtet, kursieren im Web zwei deutschspanische Videos. Beide beschäftigen sich mit der Lage der Bevölkerung in Spanien im Zeichen der sich dramatisch verschärfenden Wirtschaftskrise.

Hier das erste, produziert als Brief an die Deutschen von der Nachbarschaftsorganisation Asamblea 3 Cantos aus Madrid.

Das ist die deutsche Antwort aus der Frankfurter Occupy-Bewegung.

¡Hola!

Wir haben seit gestern Nacht ein technisches Problem mit dem Versand der Spanischmail. Außerdem kann im Moment die Mail nicht abonniert, abbestelt oder geändert werden.
Der Server ist betroffen und wir müssen das analysieren. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das Problem zu lösen.
Der Versand geht weiter, sobald alles wieder funktioniert!
Vielen Dank für das Verständnis.

Funktioniert alles wieder!!
Saludos
Die Redaktion

Wir sind dann mal auf www.peru2013.de

von Dirk Baranek am 17. Oktober 2012

¡Hola!

wer Aktualisierungen in diesem Blog vermisst, dem können wir nur Recht geben und uns entschuldigen.

Denn wir sind etwas untreu geworden und schreiben nun öfters in diesem neuen Projekt, was mit Spanien wenig, aber mit Spanisch einiges zu tun: www.peru2013.de

Wie der Name schon verrät, geht es darin um El Perú.

Denn wir wollen im nächsten Jahr – wahrscheinlich im November – eine längere Reise nach Perú unternehmen. Das wollen wir öffentlich dokumentieren, denn wir werden eine ganze Menge zu erzählen haben, da wir das als Presse-Blogger-Reise organisieren. Also mit Vor-Ort-Terminen in Perú, Videointerviews usw. Mal sehen was draraus konkret noch alles wird.

Jedenfalls haben wir schon mal dieses Blog gestartet, in dem wir über die Vorbereitung der Reise berichten und über das, was in Perú grade so paasiert. Was man wissen muss usw. Liest sich schon recht spannend die ganze Sache, finden wir.

Wer also sich für dieses Thema interessiert, der ist gerne wollkommen uns dort zu lesen.

¡Hasta luego!

Die Proteste der indignados (die Zornigen, die Empörten) unter dem Motto Democracía Real YA in Spanien dauern nicht nur, sie breiten sich immer weiter aus. Liefen die ersten Mobilisierungen, die am Sontag Abend zu Demonstrationen in vielen Städten geführten hatten, zunächst nur über das Web, sind inzwischen die Massenmedien massiv auf das Thema eingestiegen und haben damit die Bewegung weiter angefeuert.

Hier ein (unvollständiger) Überblick.

Madrid im Zentrum

Die spanische Hauptstadt ist die unbestrittene Zentrale des Geschehens. Auf dem geschichtsträchtigen und mit großer Symbolkraft ausgestatteten, zentralen Platz, der Puerta del Sol, hat sich inzwischen ein wachsendes Zeltlager etabliert. War der erste Versuch noch von der Polizei am Dienstag Morgen abgeräumt worden, ist es den Aktivisten jetzt gelungen, bereits die zweite Nacht im Freien durchzustehen – trotz teilweise heftigen Regens. Besonders die Kundgebung gestern Abend wurde ein großer Erfolg, vor allem deshalb, weil der Präsident der Zentralen Wahlkommission die Demonstration zunächst verboten hatte. Denn das spanische Wahlgesetz sieht eine viertägige Friedenspflicht vor dem Wahltag vor; bekanntlich finden Sonntag Kommunal- und Regionalwahlen statt. Von diesem Verbot haben sich die Protestierer jedoch nicht beeindrucken lassen, im Gegenteil: es hat die Wut nur noch weiter angestachelt. Folgte dieses Verbot doch der inneren Logik des Politsystems, das ja einer der Hauptkritikpunkte des Protestes ist. Trotz Polizeischikanen und Warnungen in der Metro per Lautsprecherdurchsagen ließen sich die Menschen nicht davon abhalten, auf den Platz zu strömen und ihrer Empörung Luft zu machen. Die Ordnungshüter verzichteten denn auch auf eine Durchsetzung des Verbots. Es hätte sicherlich zu schweren Auseinanderstzungen geführt. Noch aber ist die Bewegung extrem friedlich.

Aktuell befinden sich ständig hunderte auf der Plaza de Solución (Platz der Lösung), so ein Plakat. Wer das Geschehen live per Webcam beobachten will, kann dies hier www.soltv.tv, wenn der Stream nicht mal wieder überlastet ist.

Inzwischen kann das geshared werden



Live TV : Ustream

Für heute Abend ist jedenfalls wiederum eine Großkundgebung angekündigt. Hier das Programm heute dort.

Fotos von den Aktionen werden laufend hier bei Flickr veröffentlicht.

Wer sich intensiver mit den Webaktivitäten der Bewegung beschäftigen will: dieser fundierte spanischsprachige Artikel mit sehr vielen Links ist ein guter Ausgangspunkt.

Aktionen in ganz Spanien
Gestern fanden nicht nur in Madrid sondern auch in anderen spanischen Städten Kundgebungen und Platzbesetzungen statt. Daran haben sich viele tausend Leute beteiligt. Und es breitet sich immer weiter aus. Heute werden es bereits 55 Städte sein, in den Aktionen stattfinden sollen. Selbst in anderen europäischen Städten kommt es zu Aktionen vor spanischen Botschaften.

Hier eine Liste mit mit allen Städten

Guter, deutschsprachiger Hintergrundartikel über die Situation im Allgemeinen und speziell in Cádiz.

Langer Bericht mit Fotos aus vielen spanischen Städten.

Was wollen diese Leute?

Im Web kursieren diverse Manifeste, alte, neue, autorisierte, nichtautorisierte. Man kann sich fragen: wer legitimiert hier eigentlich was? Am besten daher, man hält sich an die Forderungen, die von den Platzbesetzern entwickelt und veröffentlocht werden. Denn dort finden mehrmals täglich eine asamblea general statt, eine Vollversammlung. Dort wird über Organisatorisches gesprochen, um der kleinen Zeltstadt das Schmuddelimage zu nehmen. Natürlich wird auch sehr viel Politik besprochen.

Auf dieser spanischen Seite nun also die wichtigsten Forderungen der Bewegung, die aus dem Web kam, so wie sie die Platzbesetzer formuliert haben.

  • Schluss mit den Privilegien für die politische Klasse bei Rente und Steuern. Verschärfung der Gesetze gegen die Korruption.
  • Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit: Arbeitszeitverkürzungen, Rente mit 65, Maßnahmen gegen die Zeitarbeit und betriebsbedingte Kündigungen, Wiederaufnahme des Arbeitslosengeldes von 426 Euro für Langzeitarbeitslose.
  • Recht auf Wohnung: Enteignung von Wohnungen, die zur Spekulation gebaut wurden und leerstehen; eine Art Wohngeld für junge Leute und sozial Schwache; Erlaubnis, Hypotheken vorzeitig abzulösen (wegen den hohen Zinsen).
  • Qualität der öffentlichen Dienstleistungen: mehr Personal im Gesundheits- und Bildungswesen, Reduzierung Studiengebühren, Verbot von Drittmitteln in der Forschung, Investitionen in den Öffentlichen Nahverkehr, Verkehrsberuhigung der Innenstädte, Fahrradwege
  • Kontrolle des Finanzsektors: keine Finanzhilfen für Banken, stattdessen Verstaatlichung; je mehr volkswirtschaftlicher Schaden angerichtet wurde, desto höher die Besteuerung; Verbot von Investitionen in Steuerparadiesen.
  • Steuerpolitik: Erhöhung Vermögens- und Grundsteuer, Bekämpfung Steuerhinterziehung, Einführung Tobin-Steuer
  • Bürgerrechte: Abschaffung des Ley Sinde, Schutz Informationsfreiheit, Referenden und mehr direkte Demokratie, Reform des Wahlgesetzes, Unabhängigkeit der Justiz, interne Demokratie bei Parteien sicherstellen
  • Reduzierung des Militärbudgets

Wie reagiert die Politik?
Es gibt erste Anzeichen, dass die politische Klasse nach einer Art Schockstarre ihr Schweigen zu überwinden versucht. Teile der Linken gehen logischerweise auf die Bewegung zu, werden aber äußerst misstrauisch beobachtet. Denn die Protestierer besteht darauf, dass sie die generación ni-ni sei, die Generation Weder-Noch, weder links noch rechts. Sie also mit dem bisherigen Parteiensystem nichts am Hut haben.
Die Konservativen und die Ultrarechte sehen sich hingegen mit einer von den Linken, vielleicht sogar von ETA, gesteuerten Bewegung konfrontiert. Aktuell wähnen sie sich nämlich in einem Stimmungshoch und versuchen die bevorstehenden Wahlen zu einer Abstimmung gegen die Zapatero-Regierung zu machen. Besorgt müssen sie registrieren, dass die Bewegung kurz vor Toreschluss die Schlagzeilen beherrscht und sie vielleicht um die Früchte ihrer Kampagne bringt. Das erzeugt natürlich Widerstand, zunächst allerdings publizistischer Natur.

Wie geht es weiter?
Ein Ende ist nicht abzusehen. Die Platzbesetzer werden weitermachen, keine Frage. Die Bewegung schwillt weiter an. Die einschlägigen Facebook-Seiten und Twitter-Accounts wachsen mit enormer Geschwindigkeit und zählen inzwischen hundertausende Anhänger. Für heute Abend sind weitere Kundgebungen geplant. Sollten diese weiter größeren Zulauf erhalten und friedlich bleiben, kann das was ganz Großes werden. Und vielleicht sogar etwas Weltbewegendes. Die offiziellen Twitteraccounts versuchen bereits einen neuen hashtag zu etablieren: #globalcamps

{ 1 Kommentar }